top of page

Die Primare

7.png

Die Abtrünnigen Götter

Die Ältesten – Die Götter, die sich gegen die Götter erhoben

 

​

Die Ältesten waren einst selbst Götter unter dem Banner der Primare. Sie dienten ihnen, wachten über die Ordnung der Welt und glaubten daran, dass ihre Herren die Schöpfung zum Guten führten.

Doch der Krieg zwischen Nyxara, Vikaris und Seliara offenbarte ihnen eine Wahrheit, die sie nicht länger verleugnen konnten.

​

Die Primare führten keinen Krieg zum Schutz der Schöpfung. Sie führten ihn um ihrer selbst willen.

Für ihren Streit wurden Götter geopfert, Völker ausgelöscht und ganze Landstriche ins Verderben gestürzt. Was als göttliche Ordnung verehrt worden war, erwies sich in den Augen der Vier als nichts anderes als eine Herrschaft, die sich vom Glauben und Leid ihrer eigenen Schöpfung nährte.

Die Vier widersetzten sich.

​

Sie wollten den Kreislauf durchbrechen und die Welt von der Herrschaft der Primare befreien. Doch sie erkannten bald, dass es nicht genügte, die Götter selbst zu stürzen. Solange die Sterblichen weiterhin an die Primare glaubten, beteten und ihnen ihre Macht zusprachen, würde ihre Herrschaft fortbestehen.

​

So entstand die Lehre der Ältesten:

Die Welt muss nicht gerettet werden, indem man die Primare ersetzt. Sie muss von ihrer Herrschaft befreit werden.

Doch Freiheit hat für die Ältesten einen hohen Preis.

​

Wer die Primare verehrt, steht nach ihrer Auffassung noch immer unter deren Einfluss. Solche Menschen müssen deshalb zur Erkenntnis geführt, geläutert oder bekehrt werden. Wer die Wahrheit annimmt, soll Teil der neuen Welt werden. Wer sich ihr widersetzt und weiterhin an den Primaren festhält, stellt sich gegen die Befreiung selbst.

Damit wurden aus vier abtrünnigen Göttern die Ältesten – Richter, Manipulatoren, Bewahrer und Zerstörer der alten Ordnung.

​

Ihre Anhänger glauben, dass sie keine neue Tyrannei errichten.

Sie glauben, dass sie die letzte Tyrannei beenden.

03__edited.png

​​

Valzharis – Der Erste Richter

„Gerechtigkeit kennt weder Krone noch Blut. Sie kennt nur die Wahrheit.“

​

Valzharis ist der Anführer und oberste Lenker der Ältesten. Einst war er der höchste Richter unter den Göttern und entschied über göttliche Streitigkeiten, ohne sich von Zorn, Mitleid oder persönlicher Bindung beeinflussen zu lassen.

Der Krieg ließ ihn erkennen, dass die eigentliche Ursache des Leidens nicht in einzelnen Fehlentscheidungen lag.

Die Ordnung selbst war fehlerhaft.

​

Während andere Götter noch auf eine Versöhnung hofften, begann Valzharis bereits, den Untergang der alten göttlichen Ordnung vorauszuplanen. Er beobachtete die Primare, studierte ihre Schwächen und wartete geduldig auf den Augenblick, in dem ihre eigene Macht zu ihrem Untergang führen würde.

​

Als Vikaris fiel und die Nebelwand die Welt veränderte, erkannte Valzharis seine Gelegenheit.

Er führte die anderen Drei aus ihrem Versteck und begann damit, die neue Ordnung vorzubereiten.

Für Valzharis ist die Zerstörung der alten Welt keine Grausamkeit.

​

Sie ist ein Urteil.

Er glaubt, dass nichts von der alten Ordnung bestehen bleiben darf, wenn die neue Welt tatsächlich frei sein soll. Selbst Unschuldige können für ihn zu einem notwendigen Opfer werden, wenn ihre Existenz die Rückkehr der alten Ordnung ermöglicht.

Valzharis ist deshalb weniger ein Gott des Zorns als ein Gott der unerbittlichen Konsequenz.

​

Zeichen

Eine zerbrochene Krone über einem schwarzen Stern.

​

Lehre

„Nur was vollständig fällt, kann ohne die Fehler der Vergangenheit neu errichtet werden.“

​

Rolle unter den Ältesten

Der Wille und die Führung.

Valzharis entscheidet, wann gehandelt wird, welche Opfer notwendig sind und welchen Preis die Befreiung der Welt fordert.

03__edited.png

Evanthra – Die Hüterin der Erinnerungen

„Die Wahrheit ist eine Flamme. Wer sie zu früh erblickt, verbrennt. Wer nur ihren Schein kennt, folgt dem Weg, den ich für ihn bereitet habe.“

​

Evanthra war einst die Bewahrerin des Wissens und der Erinnerungen aller Götter. Sie kannte die Geschichte der Welt und wusste, dass Wahrheit niemals nur davon abhing, was tatsächlich geschehen war.

Sie wusste, wer die Geschichte erzählen durfte.

​

Als die Primare ihre Diener für ihren eigenen Krieg opferten, erkannte Evanthra, dass Wissen selbst zu einer Waffe geworden war. Sie wandte sich von ihren Herren ab und schloss sich den anderen drei an.

Heute ist sie die Spinne im Netz der Ältesten.

Evanthra führt keine Armeen. Sie führt Gedanken.

​

Sie kennt die Geheimnisse von Königen, Priestern und ganzen Völkern. Sie kann Erinnerungen verändern, Träume beeinflussen und Zweifel in die Herzen derjenigen säen, deren Glaube an die Primare unerschütterlich scheint.

Unter ihrem Einfluss entstehen Bewegungen, Sekten und neue Glaubensgemeinschaften. Manche glauben, sie hätten sich aus eigener Erkenntnis von den Primaren abgewandt.

​

In Wahrheit hat Evanthra den ersten Gedanken bereits Jahre zuvor in ihren Geist gepflanzt.

Denn Evanthra muss niemanden mit Gewalt bekehren.

Sie sorgt dafür, dass derjenige glaubt, die Entscheidung selbst getroffen zu haben.

Damit verkörpert sie eine der gefährlichsten Seiten der Ältesten: Ihre Befreiung der Welt beginnt nicht mit Gewalt, sondern mit der Kontrolle darüber, was Menschen für wahr halten.

​

Zeichen

Ein geöffnetes Buch, über dem eine silberne Maske schwebt.

​

Lehre

„Wer den Geist lenkt, braucht niemals das Schwert zu erheben.“

​

Rolle unter den Ältesten

Das Wissen und die Manipulation.

Evanthra bereitet die Völker auf die neue Welt vor, bevor sie überhaupt erkennen, dass sich ihre Weltanschauung verändert.

03__edited.png

Thuraz – Der Hüter des Gleichgewichts

„Macht ist ein Werkzeug. Wer sie zum Selbstzweck erhebt, wird von ihr verschlungen.“

​

Thuraz war einst der Wächter über den Fluss göttlicher und arkaner Kräfte. Seine Aufgabe bestand darin, sicherzustellen, dass keine Macht so groß wurde, dass sie die Ordnung der Welt gefährden konnte.

Doch genau das musste er während des Krieges mitansehen.

Nyxara und Vikaris erhoben ihre Kräfte gegeneinander. Seliara blieb untätig. Kontinente wurden verwüstet, Städte zerstört und unzählige Leben ausgelöscht.

Thuraz warnte sie.

Sie hörten nicht.

​

Damit erkannte er, dass ein Gleichgewicht unter der Herrschaft der Primare niemals möglich sein würde.

Heute wacht Thuraz darüber, dass keine Macht erneut absolut werden kann.

Für ihn spielt es keine Rolle, ob diese Macht göttlich oder sterblich ist. Ein König, der über seine Untertanen herrscht, ein Priester, der seinen Glauben über andere stellt, oder ein Gott, der über die Schöpfung verfügt – alle unterliegen demselben Prinzip.

​

Macht ohne Verantwortung führt zwangsläufig zum Untergang.

Doch auch Thuraz' Vorstellung von Gleichgewicht besitzt eine dunkle Seite.

Denn wenn eine Macht zu groß wird, muss sie gebrochen werden.

Und wenn eine Gesellschaft zu sehr an ihren alten Göttern festhält, muss auch diese Gesellschaft verändert werden.

​

Zeichen

Ein Kreis, durchzogen von vier gleich langen Linien.

​

Lehre

„Wo eine Hand alles hält, bleibt für alle anderen nur Leere.“

​

Rolle unter den Ältesten

Die Ordnung und das Gleichgewicht.

Thuraz sorgt dafür, dass nach dem Fall der Primare nicht einfach eine neue göttliche Tyrannei an ihre Stelle tritt.

03__edited.png

Aezmar – Der Herr der Göttlichen Leere

„Wo falscher Glaube endet, beginnt wahre Freiheit.“

​

Aezmar ist vielleicht derjenige der Vier, dessen Ziel der eigentlichen Befreiung der Sterblichen am nächsten kommt.

Einst war Aezmar der Hüter der göttlichen Bindungen. Dadurch erkannte er etwas, das selbst viele Götter nicht verstanden:

Die Macht der Primare besteht nicht allein in ihrer Göttlichkeit. Sie besteht im Glauben der Sterblichen.

Jeder Schwur, jedes Gebet, jede Opfergabe und jedes Wunder stärkt die Verbindung zwischen Gott und Gläubigem.

Für Aezmar ist diese Verbindung keine Gnade.

Sie ist eine Fessel.

​

Als der Krieg die Welt verwüstete, wandte er sich von den Primaren ab und beschloss, diese Fessel zu zerbrechen.

Heute besitzt Aezmar die Macht, die Verbindung zwischen Sterblichen und ihren Göttern zu durchtrennen.

Priester sprechen Gebete, die niemand mehr erhört.

Paladine verlieren die Kraft ihrer Schwüre.

Wunder bleiben aus.

Tempel werden verlassen.

​

Und irgendwann beginnt sogar die Erinnerung an den Gott selbst zu verblassen.

Doch Aezmars größte Überzeugung ist zugleich seine gefährlichste:

Freiheit bedeutet für ihn nicht, selbst zu entscheiden, woran man glaubt. Freiheit bedeutet, von der Fähigkeit zu glauben befreit zu werden, die einen an die Primare bindet.

Wer sich freiwillig von den Primaren lossagt, ist für ihn gerettet.

Wer sich weigert, wird früher oder später von der Göttlichen Leere erfasst.

​

Zeichen

Ein schwarzer Kreis, umgeben von vier weißen Sternen.

​

Lehre

„Nicht die Primare schenken den Sterblichen ihre Macht. Sie nähren sich an ihrem Glauben. Trennt die Fessel, und die Welt wird frei.“

​

Rolle unter den Ältesten

Die Befreiung und die Auslöschung.

Aezmar ist das Werkzeug, mit dem die Ältesten die letzte Verbindung zwischen den Sterblichen und den Primaren zerstören wollen.

bottom of page